Oft werde ich gefragt: „Ist eure digitale Shopfloor Management Software (Digital Teamboard) nicht so ähnlich, wie die Dashboards mit Tableau?“ Woraufhin ich an stets gleich antworte: „Jein!“.

Denn sicher, im digitalen Shopfloor Management ist die Visualisierung von Produktionskennzahlen eines der wichtigsten Elemente! Aber ein Shopfloor Dashboard mit Produktionskennzahlen allein macht noch lange kein digitales Shopfloor Management aus! Vielmehr ist es das richtige Zusammenspiel aus Tools und Features, das den Unterschied macht!

In diesem Blog erhältst du Einblicke hinter die Kulissen unseres Digital Teamboards und Datenvisualisierungs-Software. Kurz und prägnant stelle ich dir die bekanntesten Datenvisualisierung-Softwares vor, um später auf die Unterscheide zwischen den einzelnen Anwendungsgebieten einzugehen.

Inhaltsübersicht

Vorstellung des digitalen Shopfloor Managements

Ganz allgemein: Was ist eigentlich unter „Digitalem Shopfloor Management“ genau zu verstehen und wie hängt es mit „Pen & Paper“ Shopfloor Management zusammen?

SFM Systems bietet mit dem Digital Teamboard produzierenden Unternehmen ein System zur schnellen und effektiven Erkennung von Abweichung in der Produktion – in Echtzeit! Durch den Einsatz von Datenanalysen, systematischer Problemlösung und künstlicher Intelligenz können Probleme während der Produktion schnell erkannt und behoben werden.

Übersichtlich dargestellt, sind alle notwendigen Informationen auf diesem Board auf einen Blick greifbar, was direktes Handeln und Steuern der Ereignisse im Shopfloor deutlich beschleunigt und vereinfacht.

Beschreibung der Datenvisualisierungs-Software

Um die beiden Software-Typen besser vergleichen zu können, lohnt es sich einen Überblick über verschiedene Datenvisualisierung-Softwares zu verschaffen.  

Microsoft Power BI

  Microsoft Power BI ist eine Cloud-basierte Business-Intelligence Datenvisualisierungs-Software. Die Benutzeroberfläche erinnert stark an Excel. Es ist als Desktopversion oder Cloud Version erhältlich. Eine Palette an Tools sorgt für eine schnelle Datendarstellung, die man anhand des Dashboards analysieren kann. Es können Verbindungen zu Datenquellen wie CSV, Excel, SQL, Cloud, Streamingdienste und Weiteren hergestellt werden. Daraus entstandene Datentabellen können direkt auf der Oberfläche von Power BI erstellt, bearbeitet oder verknüpft werden. Die von Microsoft bekannte Menüstruktur ermöglicht es Nutzern, komplexe Datenmodelle zu erstellen, ohne tiefgründige Programmierungskenntnisse zu haben. Ein Ensemble aus vorgefertigten Graphen und Diagrammen hilft bei der Visualisierung von Daten. Über den Market Place lassen sich viele weitere Elemente integrieren. Allerdings ist der Workflow bei der Erstellung des Dashboards nicht so flexibel wie bei anderen Business-Intelligence Programmen. Kennzahlen werden über vorgegebene Visualisierungen befüllt. Es braucht jedoch auch stets Datenquellen für Ziel- und Grenzwerte. Die erstellten Dashboards können mit „Publish to web“ mit anderen Nutzern geteilt werden; und die Inhalte im Blog, oder in Social Media-Beiträgen eingebettet werden. Allerdings lässt die Basisversion nur Lesezugriffe zu. Sollten mehrere User an einem Dashboard arbeiten muss die Pro-Version kostenpflichtig erworben werden. (1) Fazit: Pro
  • Das Nutzen der bekannten Microsoft Menu-Strukturen vereinfacht die Bedienung deutlich
  • Der eigenen Marketplace stellt viele nützliche Anwendungen zur Verfügung
  • Die „Publish to web Funktion“, durch die sich schnell und unkomplizierten Dashboard, einzelne KPIs oder auch Diagramme mit der Öffentlichkeit teilen lassen
Contra
  • Bei Multiplen Dashboards kann es sein, dass das System öfters hängenbleibt
  • Es lädt etwas langsam – speziell die Desktop Version
  • Mobile-App hat leider nur Lesezugriff
   

Tableau

  Tableau ist ein Business-Intelligence Programm, mit dem man umfangreiche Rohdaten aus verschiedenen Quellen zuerst analysieren und anschließend auf Dashboards visualisieren kann. Tableau gibt es als Cloud oder On-Premises Version. Durch das simple „drag & drop“-Prinzip ist eine schnelle Visualisierung gegeben. Datenbanken verschiedenster Arten können von der Software extrahiert werden – allerdings unter der Voraussetzung, dass für tiefgründige und komplexe Analysen Vorwissen in Programmiersprache nötig ist, um Skripte zu schreiben. Der Fokus von Tableau liegt darin „self service analyse“ zu erstellen, um genau diesem Problem des Vorwissens vorzugreifen. Dazu werden Tools wie beispielsweise „Tableau Prep“ angeboten, das zur Datenreinigung genutzt werden kann. Oder „Tableau Desktop“, welches visuelle Analysen ermöglicht, sowie andere Tools, die Muster erkennen (wie zum Beispiel Verkaufstrends oder Engpässe). Tableau verbindet Nutzer und Teams miteinander, indem es interaktive Web-Dashboards zur Verfügung stellt. (2) Fazit: Pro
  • Einfache Bedienung
  • Gut gestaltetes User Interface
Contra
  • Langsam bei großen Datenmengen

QlikView

QlikView ist auch ein Business Intelligence Programm, doch im Gegensatz zu Tableau und Power BI nimmt es die Analysen im Hintergrund vor. Die Kernfunktionen liegen in der Datenanalyse, sowie der Visualisierung und Aufbereitung von Informationen Datenanalysen sind Dank des QIX (Qlink indexing engine) durch einen Knopfdruck möglich. Dieses Modul erhöht die Verarbeitungsgeschwindigkeit und ermöglicht die Funktion „smart search“, die anhand von Suchbegriffen die Datenanalyse unterstützt. Eine Anbindung an CRP (Customer-Relationship-Management) und PLM (Product Lifecycle Management) Systeme ist durch die assoziative Datenverknüpfung möglich. Laut Anbieter sind Schulungen nicht notwendig, da die Benutzeroberfläche der Anwendung sehr intuitiv und verständlich zu handhaben ist. (3) Fazit: Pro

  • Hohe Datenverarbeitungsgeschwindigkeit Dank „In Memory Funktion“
  • Einfache Bedienung
  • Leichte Handhabung durch „drag & drop“
  • mobil nutzbar
Contra
  • Nachteil: Hohe Anfangsinvestition
  • Anpassungen nur durch IT-Entwickler möglich.

Gemeinsamkeiten von Datenvisualisierungs-Software

Die Gemeinsamkeiten dieser Datenvisualisierung-Softwares liegen auf der Hand:

Daten aus verschiedenen Quellen werden erfasst, übertragen, anschließend aufbereitet, analysiert und visualisiert. Damit können wir für die Produktion ein Performance Dashboard erstellen, das uns Einblick in die Daten gewährt und uns den momentanen Zustand unseres Unternehmens oder Abteilung mittels Kennzahlen visualisiert.

  • Doch wann sind welche Maßnahmen erfolgreich?
  • Wie integrieren wir unsere gesamte Belegschaft in einen Leistungsdialog?
  • Wie bekommen wir eine kontinuierliche Optimierungsphilosophie in unserem Unternehmen hin?
  • Wie können wir die Mitarbeiter motivieren und ihnen mehr Verantwortung zumuten?

Solche Fragen bleiben bei Datenvisualisierung-Softwares ungelöst oder müssen durch andere Anwendungen ergänzt werden.

Ein System, das die gewonnen Erkenntnisse in geführte Problemlösungsprozesse überführt, Ebene für Ebene hoch bis ins Management strukturiert durch Meetings führt und Teams miteinander verbindet, ist nicht nur ein Daten-Aufbereitungs-Tool sondern ein System, das nach der Datenerfassung einen Verbesserungs-Workflow einleitet und somit eine ganz neue Unternehmens-Philosophie der kontinuierlichen Verbesserung etabliert.

Erfahrungen mit Datenvisualisierungs-Software

KPI Mapping

 

Datenvisualisierungstools und deren Dashboards zeigen direkt auf die Datenquelle. Ändert sich eine Datenquelle, müssen sämtliche Dashboards angepasst werden. Das Digital Teamboard von SFM Systems nutzt die IoT Plattform sphinx open und deren Fähigkeit Datenpunkte als Knoten zu definieren. Damit zeigen sämtliche Dashboards auf den Knoten und die Anbindung der Datenquelle muss nur an einer Stelle aktualisiert werden.

 

Performance

 

Datenvisualisierungstools speichern keine Werte zwischen. D.h. beim Aufruf und der Aktualisierung des Dashboards werden sämtlich Datenquellen nacheinander angefragt und abgerufen. Je nach Umfang der Implementierung kann das mehrere Minuten dauern. Es gibt Umsetzungen, bei denen die Nutzer das Dashboard mind. 15 min vor der Besprechung öffnen müssen, da sonst der Datenabruf noch nicht abgeschlossen ist.

Das Digital Teamboard speichert die aus den Datenquellen abgerufenen Werte in den Knoten zwischen. Damit ist ein sofortiger Aufruf des Dashboards mit den neuesten Daten möglich. Nur sehr große Dashboards können eine Ladezeit von mehreren Sekunden aufweisen.

Um zu entscheiden, wann eine Datenvisualisierungs-Software wie Tableau, QlikView oder PowerBI zum Einsatz kommen sollte, und wann digitale Shopfloor Management Systeme sinnvoller sind, zeige ich dir nun die wichtigsten Unterschiede auf:

Infografik digitales Shopfloor Management vs. Datenvisualisierung

Die Zielgruppe

Digitale Shopfloor Management Systeme adressieren somit Führungskräfte und Beschäftigte über alle Hierarchieebenen. Dabei liegt der Fokus als Management System auf dem täglichen Arbeiten mit Kennzahlen: Abweichungen erkennen, analysieren und Gegenmaßnahmen definieren. Daher führen digitale Shopfloor Management Systeme die Nutzer durch die Erstellung bzw. Zusammenstellung von Kennzahlen – oder bringen gleich schon ein vordefiniertes Dashboard mit.

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Der Fokus als Management System liegt auf dem täglichen Arbeiten mit den Kennzahlen: Abweichungen erkennen, analysieren und Gegenmaßnahmen definieren.

Vordefinierte Dashboards wären bei Datenvisualisierungs-Software undenkbar. Als Experten-Tool unterstützen sie einzelne Nutzer bei der Visualisierung and Analyse von Daten, jedoch ohne ein entsprechendes Domänen-Wissen mitzubringen. Hier ist das Know-How des Experten gefragt. Natürlich lassen sich einmal erstellte Dashboards auch für den dauerhaften Einsatz konfigurieren – am Ende bleibt es bei der Visualisierung der Kennzahlen, abgeleitete Maßnahmen müssen in einem anderen System dokumentiert werden.

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Der Anwendungsfall

Bei digitalen Shopfloor Management Systemen ist der Anwendungsfall klar definiert:

Kontinuierliche Transparenz schaffen, um ein effektives Abweichungsmanagement betreiben zu können. Genau dafür sind diese Systeme ausgelegt und unterstützen Nutzer in einer Vielzahl dazugehöriger Aufgaben: Kennzahlendialog, Abweichungsanalyse, strukturierte Problemlösung, Maßnahmenmanagement, etc.

Der klare Fokus auf den Anwendungsfall Shopfloor Management ermöglicht eine Reduktion der Kennzahlendarstellungsformen, so dass diese meist ohne viel Erklärung auskommen.

Bei der Datenvisualisierungs-Software sind die Anwendungsmöglichkeiten sehr vielfältig. Meist sind die projektbasiert mit einem konkreten Erkenntnisgewinn als Ziel. So möchte man z.B. Korrelationen zwischen der finalen Qualitätsprüfung und Fehlern während des Fertigungsprozesses erkennen und analysieren. Entsprechende Datenquellen und Darstellungsformen müssen an den spezifischen Anwendungsfall angepasst und ausgewählt werden, wozu es Expertenwissen bedarf. Dies lässt sich ebenso auf den Anwendungsfall Shopfloor Management übertragen. Es bleibt jedoch erneut bei der Unterstützung der Kennzahlendarstellung – weitere Aufgaben im Shopfloor Management werden nicht unterstützt.

Die Visualisierung von Kennzahlen im Shopfloor Management

Um zu verstehen, wie Kennzahlen im Shopfloor Management visualisiert werden, muss man sich noch mal den Zweck vor Augen führen: Abweichungsmanagement durch regelmäßigen Soll-Ist-Vergleich von Kennzahlen. Daher sind diese Kennzahlen in der Regel einfach visualisiert und lassen auf einen Blick erkennen, ob alles im „grünen Bereich“, oder im „roten Bereich“ ist.“

Digitale Shopfloor Management Systeme verzichten daher oft auf komplizierte Kennzahlenvisualisierungen und bieten stattdessen einfache Darstellungen ergänzt um OEE-Darstellungen und Pareto-Analysen. Darüber hinaus lassen sich in digitalen Shopfloor Management Systemen Kennzahlen über die Hierarchieebenen aggregieren und ermöglichen umgekehrt einen Drill-Down.

Die Datenvisualisierungs-Software liefert hingegen viele verschiedene Darstellungsmöglichkeiten. So eignen sich kombinierte Charts mit mehreren Daten gut für die Visualisierung komplexer Zusammenhänge. Der Erkenntnisgewinn aus der Datenanalyse entsteht häufig durch das intelligente Filtern der Datensätze, so dass Korrelationen in den Diagrammen erkennbar sind.

Shopfloor Dashboard vs. Datenvisualisierung

Shopfloor Dashboards vs. Datenvisualisierung

Im Vergleich zu Datenvisualisierungs-Software bieten digitale Shopfloor Management Systeme noch weitere wichtige Funktionen, die für ein erfolgreiches Shopfloor Management benötigt werden:

Abweichungsmanagement

Neben der Visualisierung von Kennzahlen können Abweichungen automatisch erkannt und erfasst werden. Ist die Qualität im „roten Bereich“, kann die Abweichung beschrieben und entsprechende Gegenmaßnahmen abgeleitet werden. All dies ist im Nachhinein nachvollziehbar dokumentiert.

Workflows

Das Erkennen von Abweichungen ist das Eine – das Durchführen von Gegenmaßnahmen etwas Anderes. Digitale Shopfloor Management Systeme unterstützen Führungskräfte bei der Ausführung von Maßnahmen, indem automatisierte Workflows hinterlegt werden können. Beispielsweise werden Maßnahmen, die eine Woche überfällig sind, automatisch an die nächste Hierarchieebene eskaliert.

Prozessbestätigung

Aus Kennzahlen können nicht nur Handlungen (Aufgaben) abgeleitet werden, sondern auch umgekehrt. Mithilfe von Prozessbestätigungsfunktionen können Führungskräfte Beobachtungen aus ihren Bereichen im digitalen Shopfloor Management System dokumentieren, woraus Kennzahlen (Bewertung der Prozessbestätigung, Durchgeführte Prozessbestätigungen pro Monat) entstehen.

Mehr über die Funktionen des Digital Teamboards erfahren

Vordefinierte Dashboards wären bei einer Datenvisualisierungs-Software undenkbar. Als Experten-Tool unterstützen sie einzelne Nutzer bei der Visualisierung and Analyse von Daten, jedoch ohne ein entsprechendes Domänen-Wissen mitzubringen. Hier ist das Know-How des Experten gefragt. Natürlich lassen sich einmal erstellte Dashboards auch für den dauerhaften Einsatz konfigurieren – am Ende bleibt es bei der Visualisierung der Kennzahlen, abgeleitete Maßnahmen müssen in einem anderen System dokumentiert werden.

Genau hier knüpft das digitale Shopfloor Management an: 

Digitale Shopfloor Management Systeme adressieren Führungskräfte und Beschäftigte über alle Hierarchieebenen. Dabei liegt der Fokus als Management System auf dem täglichen Arbeiten mit Kennzahlen: Abweichungen erkennen, analysieren und Gegenmaßnahmen definieren. Daher führen digitale Shopfloor Management Systeme die Nutzer durch die Erstellung bzw. Zusammenstellung von Kennzahlen – oder bringen gleich schon ein vordefiniertes Dashboard mit.

 

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