Shopfloor Management Software (SFM) ist ein unverzichtbares Werkzeug für Unternehmen, die ihre Geschäftsabläufe verbessern möchten. Ein effektive SFM Software sollte bestimmte Kriterien erfüllen, damit Unternehmen davon profitieren können. Dazu gehört beispielsweise die Fähigkeit, Daten aus verschiedenen Quellen zu sammeln und zu analysieren, die Unterstützung von Shopfloor Besprechungen/ Meetings, die Aggregation von Daten sowie Visualisierungen. Interaktive Datenanalyse, effektive Kommunikation und Informationsaustausch über verschiedene Abteilungen innerhalb der Organisation sind auch wesentliche Merkmale eines zuverlässigen SFM Systems. In diesem Artikel werden wir die Kriterien diskutieren, die eine Shopfloor Management Software erfüllen sollte, um die Effizienz und Produktivität einer Organisation zu verbessern.

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1. Konnektivität

Warum lohnt es sich das Shopfloor Management zu digitalisieren? Der häufigste Grund ist eine bessere Transparenz durch automatisierte Datenerfassung und -aggregation. Daher sollte eine Digital Shopfloor Management Software (dSFM) die Datenerfassung und die Konnektivität vereinfachen. Dazu muss es in der Lage sein, sich mit den Quellsysteme der wichtigen Daten zu verbinden und diese auszulesen. 

Datenquellen können sein: 

    • Office-Dateien (Excel-Tabellen, Sharepoint-Listen)
    • ERP-Systeme (z.B. SAP, proALPHA)
    • Manufacturing Execution Systeme (z.B. MPDV Hydra, Forcam)
    • Maschinensteuerung (z.B. Siemens S7)
    • Industrial IoT Platform
    • Data Warehouse

Um eine automatisierte Datenanbindung zu diesen unterschiedlichen Datenquellen sicherzustellen, sollte eine digitale Shopfloor Management Software verschiedene Schnittstellen anbieten. Die wichtigsten sind:

    • REST zur Anbindung von Webservices
    • ODATA/ SOAP zur Anbindung von Webservices
    • Excel-/ Sharepoint-Adapter zur Anbindung von Office-Dateien
    • SQL zur Anbindung von Microsoft-, SAP-, Oracle-Datenbanken
    • OPC-UA zur Anbindung von Maschinensteuerungen
    • MQTT zur Anbindung von Sensoren

Ein digitales Shopfloor Management System, das die wichtigsten Quellsysteme im Unternehmen nicht anzapfen kann, verfehlt einen seiner Zwecke – die Vereinfachung der Kennzahlendarstellung. 

2. Meetingunterstützung

Das zweite Kriterium für eine Shopfloor Management Software ist die Unterstützung von Meetings mit einem Shopfloor Meetings Assistent. Diese Daten sollen nun das Shopfloor Meeting unterstützen – dazu muss die Aggregation und Visualisierung auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Führungskräfte angepasst werden. Dazu gehört auch die Interaktionsfähigkeit mit den Daten: Das Anreichern der Daten mit Kommentaren sowie ein Blick auf Vergangenheitsdaten und untergeordnete Kennzahlen, müssen dafür notwendig sein. 

Das Meeting besteht aber nicht nur aus Kennzahlen, auch die Verteilung von Informationen an die richtigen Stellen in der Organisationen sollte ein dSFM unterstützen. Seien es News, veränderte Arbeitsanweisungen oder die Rückmeldung zu eskalierten Maßnahmen und Problemen – ein übergreifender Informationsfluss sollte Bestanteil jeder dSFM Lösung sein.

3. Abweichungsmanagement

Kennzahlen aufzunehmen und zu besprechen ist nicht Sinn des SFM – sondern Mittel zum Zweck. Die Kriterien für die Software sollte daher den Übergang aus den Kennzahlen zu Maßnahmen und der Problemlösung unterstützen. Dazu müssen zunächst Abweichungen identifiziert werden – dies sollte automatisiert aus Kennzahlen und Audits oder anderen Prozessbestätigungen heraus möglich sein. Aber auch Mitarbeiter sollten jederzeit Abweichungen melden können. Ein gutes Abweichungsmanagement zeichnet sich anschließend dadurch aus, dass der Bezug zum Ursprung immer nachvollziehbar bleibt und verschiedene Prozesse angeboten werden. Von der Klärung von Abweichungen im Team über das Erstellen und Verteilen von Maßnahmen bis zur systematischen Problemlösung.

Eine systematische Problemlösung umfasst dabei: 

    • Problem-beschreibung Es soll die vollständige und aussagefähige Problembeschreibung unterstützt werden. 
    • Ursachenfindung Das Ishikawadiagramm soll erstellt werden können. 
    • Root-Cause Analyse Die 5-Why Methode soll unterstützt werden. 
    • Nachverfolgung der Maßnahmen Die PDCA-Maßnahmen sollen zu einer Problemlösung zugeordnet werden können. 
    • Fortschrittsanzeige Der Fortschritt einer Problemlösung soll schnell ersichtlich sein. 
    • Konfigurierbarkeit Ausgestaltung der Problemlösung soll konfigurierbar sein 

Dateianhänge, Fehlerkategorisierung, Verantwortliche, Fristen sowie eine langfristige durchsuch- und filterbare Speicherung des erarbeiteten Wissens sollten dabei ein selbstverständlicher Bestandteil des Abweichungsmanagement sein. 

Ein durchgängiger Prozess von der Grenzwertverletzung einer Kennzahl bis hin zur Root-Cause-Analyse und nachvollziehbaren Maßnahmen – das muss die stärke einer dSFM Software sein. 

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4. Usability

Eine Shopfloor Management Software wird von vielen Beschäftigten auf unterschiedlichem Qualifikationsniveau verwendet – und muss von all diesen bedient werden können. Dafür muss das Software und System die folgenden Kriterien erfüllen:

Anpassungsmöglichkeiten. Rollen Spezifisch: 

    1. Key User: Definition und Anbindung von Kennzahlen sowie die Nutzerverwaltung muss ohne Support durchführbar sein. 
    2. Moderatoren: eigenständige Anpassung der eigenen Besprechungen.
    3. Benutzer: Einfache Bedienung zur Dateneingabe und Maßnahmenbearbeitung.
    4. Schulung, rollenspezifisch.
    5. Key User: Kennzahlen- und Nutzerverwaltung.
    6. Moderatoren: Durchführung und Anpassen von Meetings. 
    7. Benutzer: kurze Schulung mit den essentiellen Bedienelementen.
    8. Persönliche ansichten mit KPIs und Aufgaben. 

Wenn es die Benutzer in ihrem Alltag nicht nach ihren Bedürfnissen anpassen und verwenden können, wird die Akzeptanz schnell verfallen. 

Weitere wichitge Punkte dafür sind: 

    1. Webbasierte Anwendung Das System muss webbasiert sein und auf verschiedene Displaygrößen skalieren. 
    2. Produktionsbildschirm Bearbeitung auf Smartboards muss möglich sein.
    3. PC Bearbeitung an PCs muss möglich sein. 
    4. Tablet Bearbeitung auf Tablets soll möglich sein. 
    5. Handy Bearbeitung auf Handys soll möglich sein.
    6. Updates Wartungen erfolgen remote, ohne Ausfall des Systems.
    7. Beständigkeit Unternehmensspezifische Konfigurationen bleiben nach Updates bestehen.
    8. Latenzzeit Aktualisierungen erfolgen unter 3 Sekunden.
    Kriterien für Shopfloor Management Software und Features von SFM Systems

    5. Methodische Verbesserung des Shopfloor management

    Immer wieder wird eine Entfremdung vom Shopfloor durch dSFM befürchtet. Dieses Risiko tritt jedoch nur ein, wenn das System aus falscher Motivation und/oder falschem Verständnis für SFM heraus entsteht. Remote Überwachung ist kein Digitales Shopfloor Management – eine Software, die aus einem Verständnis von SFM heraus entwickelt wurde, kann häufige Schwierigkeiten im SFM adressieren und trägt so sogar zu einer Verbesserung der Shopfloor Kultur bei.  

    dSFM sollte die Shopfloorkultur auf keinen Fall verschlechtern, mit dem richtigen Tool kann sie sogar verbessert werden. 

      6. Analytics

      Im dSFM werden Performance-Daten (Kennzahlen) und qualitative Daten (Abweichungen, Maßnahmen) miteinander verknüpft. Daraus ergeben sich verschiedene Analysemöglichkeiten:

        • Kennzahlenprognose: Das System soll Vorhersagen aus aktuellen Werten machen können. 
          1. Vorhersage Zielerreichung: Aus den aktuellen Stückzahlen soll prognostiziert werden, ob das Schichtziel erreicht werden kann. 
          2. Vertikale Prognose: Anhand von Maschinendaten soll prognostiziert werden, ob Qualitäts- und Produktivitätsziele erreicht werden. 
          3. Horizontale Prognose: Es soll gewarnt werden, wenn in vorgelagerten Prozessen Abweichungen entstehen, die sich wahrscheinlich auf nachgelagerte Prozesse auswirken. 
        • Pareto-Analyse: Es sollen die häufigsten Abweichungen identifiziert werden können, um Problemlösungsprozesse zu priorisieren. 
          1. über Kategorien: Die Paretoanalyse soll über einstellbare Kategorien erfolgen. 
          2. mit Schweregrade: Die Paretoanalyse soll die Summe von Kosten oder Stördauern innerhalb einer Kategorie berücksichtigen können. 
          3. über NLP: Die Paretoanalyse soll direkt aus den Volltextdaten erstellt werden.
        • Empfehlungen: Relevante Informationen und Ansprechpartner sollen auf Basis einer Problembeschreibung Empfohlen werden. 
          1. Ansprechpartner: Personen, die ähnliche Probleme gelöst haben, sollen empfohlen werden. 
          2. ähnliche Probleme: Probleme mit ähnlichem Inhalt sollen empfohlen werden. 
          3. relevante Datenblätter: Datenblätter, Arbeitsanweisungen und Prozessbeschreibungen zu den betroffenen Komponenten oder Prozessen sollen empfohlen werden. 

      Wenn die Software nicht darauf ausgelegt ist, solche Analysemöglichkeiten mittelfristig integrieren zu können, wird eine sehr große Chance verpasst. Mit einem Externen Anbieter profitieren Sie von dem gesammelten Wissen, welche Analysen wie machbar sind. 

        Eine dSFM Einführung ist ein größeres Projekt, dessen Ergebnis den Arbeitsalltag vieler Führungskräfte und damit auch der ganzen Belegschaft beeinflusst. Achten Sie also darauf dass: 

          1. Konnektivität den Datensammelprozess erleichtert.
          2. Meetings besser durchgeführt werden können. 
          3. Abweichungen aufgenommen und in Maßnahmen und Problemlösungen überführt werden. 
          4. Die Benutzer nach ihren Bedürfnissen damit arbeiten können. 
          5. Das SFM sich auch methodisch weiterentwickelt. 
          6. Und die Daten bereit sind für weitere Analysen. 

        Zusammenfassend muss ein zuverlässiges Shopfloor Management Software mit Funktionen wie effektiver Konnektivität mit Datenquellen, Unterstützung für Meeting-Facilitation, effizienter KPI-Analyse und -Berichterstellung sowie nahtloser Benutzererfahrung ausgestattet sein.

        Die Kriterien der Shopfloor Management Software müssen auch die automatische Identifizierung von Variationen und Abnormalitäten in Daten unterstützen, um schnelle Maßnahmen und Problemlösungen zu ermöglichen und die Kontinuität von der Datensammlung bis zur Ursachenanalyse und Umsetzung von Korrekturmaßnahmen sicherzustellen. Diese Funktionen verbessern die Effektivität des SFM Systems und steigern die Effizienz und Produktivität der Organisation. Daher sollte jede Organisation, die ihre Abläufe optimieren und die Produktivität steigern möchte, die Implementierung eines zuverlässigen und effizienten Shopfloor Managmenet Software und Systems in Erwägung ziehen. 

          Wichtige Stichpunkte zu den Kriterien für eine Shopfloor Management Software

          Die wichtigsten Erkenntnisse für eine erfolgreiche Shopfloor Management Software sind:

          1. Eine Digital Shopfloor Management Software (dSFM) sollte in der Lage sein, sich mit den Quellsystemen der wichtigen Daten zu verbinden und diese auszulesen, um die Datenerfassung und Konnektivität zu vereinfachen. Dazu sollte eine digitale Shopfloor Management Software verschiedene Schnittstellen anbieten.
          2. Eine Shopfloor Management Software sollte Meetings unterstützen, indem sie Daten aggregiert und visualisiert, um die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Führungskräfte zu erfüllen. Die Interaktionsfähigkeit mit den Daten, das Anreichern der Daten mit Kommentaren sowie ein Blick auf Vergangenheitsdaten und untergeordnete Kennzahlen sollten ebenfalls vorhanden sein.
          3. Eine gute Shopfloor Management Software sollte ein Abweichungsmanagement anbieten, das es ermöglicht, Abweichungen automatisch zu identifizieren und Mitarbeiter jederzeit Abweichungen melden zu lassen. Ein gutes Abweichungsmanagement sollte den Übergang aus den Kennzahlen zu Maßnahmen und der Problemlösung unterstützen und verschiedene Prozesse anbieten, wie die Klärung von Abweichungen im Team, das Erstellen und Verteilen von Maßnahmen bis zur systematischen Problemlösung

            FAQ zu den Kriterien zur Shopfloor Management Software

            Welche Kriterien sollte eine effektive SFM erfüllen?

            Eine effektive SFM Software sollte in der Lage sein, Daten aus verschiedenen Quellen zu sammeln und zu analysieren, die Unterstützung von Meeting-Facilitation, die Aggregation von Daten sowie die Visualisierung, die auf die Bedürfnisse von Managern zugeschnitten ist. Interaktive Datenanalyse, effektive Kommunikation und Informationsaustausch über verschiedene Abteilungen innerhalb der Organisation sind auch wesentliche Merkmale eines zuverlässigen SFM Systems. 

            Welche Datenquellen können die Verbindungskriterien der SFM Software nutzen?

            Eine SFM-Software kann Daten aus verschiedenen Quellen sammeln, wie beispielsweise Office, SAP, REST, OPC UA und SQL

            Warum ist Konnektivität ein wichtiges Kriterium für eine SFM?

            Konnektivität ist wichtig, da eine SFM Daten aus verschiedenen Quellen sammelt und diese in einer zentralen Plattform aggregiert. Das System sollte in der Lage sein, die Quellsysteme der wichtigen Daten anzuzapfen, um die Kennzahlendarstellung zu vereinfachen. 

            Wie unterstützt eine SFM Meetings?

            Eine SFM unterstützt Meetings, indem sie Daten aggregiert und visualisiert, die auf die Bedürfnisse und Gewohnheiten der Führungskräfte angepasst sind. Die Software sollte auch die Interaktionsfähigkeit mit den Daten unterstützen, wie beispielsweise das Anreichern der Daten mit Kommentaren sowie einen Blick auf Vergangenheitsdaten und Untergeordnete. 

            Welche Funktionen sollte eine SFM Software zur Unterstützung der Problemlösung bieten?

            Eine SFM Software sollte Funktionen bieten, wie die vollständige und aussagefähige Problembeschreibung, die Erstellung des Ishikawadiagramms, die Unterstützung der 5-Why-Methode, die Zuordnung von PDCA-Maßnahmen zu einer Problemlösung, die schnelle Fortschrittsanzeige sowie die Konfigurierbarkeit der Problemlösung. 

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